Claudia Maurer ist seit dem 1. November 2024 Director der Spoga+Gafa.
Claudia Maurer ist seit dem 1. November 2024 Director der Spoga+Gafa.

Spoga+Gafa | Interview

(Neu-)Orientierung in Köln

Vor rund anderthalb Jahren hat Claudia Maurer als Director die Leitung der Spoga+Gafa übernommen. Seitdem ist viel passiert – diy hat nachgefragt.

Für die kommende Messeausgabe hat die Spoga+Gafa einige Änderungen angekündigt. Was für Rückmeldungen von Aussteller- und Besucherseite haben Sie zur letztjährigen Messeausgabe erhalten? Ist davon etwas in das neue Konzept eingeflossen?

Claudia Maurer: Die Branche hat uns sehr offen gespiegelt, was gut funktioniert und wo Weiterentwicklungsbedarf besteht. Besonders geschätzt wurden die internationale Reichweite, die hohe Entscheiderqualität sowie der persönliche Austausch.

Gleichzeitig wurde der Wunsch nach klarerer Struktur, stärkerer thematischer Orientierung und noch zielgerichteterem Networking geäußert – Stichwort Customer Journey. Genau hier setzt das neue Konzept an: Wir bündeln Themen präziser, stärken inhaltliche Formate und schaffen zusätzliche Anlässe für Begegnung und Geschäftsanbahnung.

Wichtig ist: Wir nehmen das ernst, was uns gespiegelt wird. Wir hören auf unsere Austeller und Besucher. Dementsprechend wird die Spoga+Gafa nicht nur wieder von Dienstag bis Donnerstag stattfinden, sondern auch in den September wechseln. Der neue Termin gilt zunächst für die Jahre 2027, 2028 und 2029.

 

Wie erklären Sie sich die vergleichsmäßig schwache Messe des letzten Jahres?

Die gesamte Branche befindet sich in einem herausfordernden wirtschaftlichen Umfeld. Konsumzurückhaltung, hohe Lagerbestände im Handel sowie geopolitische Unsich­erheiten haben Investitionsentscheidungen verzögert und sich auf Messebeteiligungen ausgewirkt. Gleichzeitig sehen wir Messen gerade in solchen Phasen als besonders wichtig: Wenn Märkte in Bewegung sind, steigt der Bedarf an Orientierung, persönlichem Austausch und neuen Impu­lsen. Mit der Weiterentwicklung der Spoga+Gafa schaffen wir genau dafür den passenden Rahmen. Das geht aber natürlich nicht von heute auf morgen, das funktioniert nur Stück für Stück.

Die Messe kehrt in den Jahren 2027, 2028 und 2029 zum ursprünglichen September-Termin zurück.
Die Messe kehrt in den Jahren 2027, 2028 und 2029 zum ursprünglichen September-Termin zurück. (Quelle: Dähne Verlag, Götz)

Klaus Peter Teipel hat auf dem IVG-Medientag ein kleines Plus für die Gartenbranche prognostiziert. Kommt diese verhalten positive Stimmung auch bei der Messe an?

Wir nehmen durchaus positive Signale wahr. Die Nachfrage nach persönlichem Austausch und internationaler Vernetzung ist hoch, und in mehreren Angebotssegmenten sehen wir eine stabile bis steigende Beteiligung, auch jetzt nach Ablauf der Early-Bird-Phase. Besonders deutlich zeigt sich das in der Themenwelt „Creation & Care“, die aktuell bereits rund 85 Prozent ausgebucht ist. Neben einer starken internationalen Beteiligung freuen wir uns über die Rückkehr namhafter Unternehmen wie AL-KO, Biohort, Hörmann oder Robert Bosch Power Tools – ein klares Vertrauenssignal der Branche.

Gleichzeitig bleibt die Branche vorsichtig und agiert mit Augenmaß. Genau deshalb gewinnt die Messe als Businessplattform an Bedeutung: Sie bietet Orientierung, Marktüberblick und konkrete Geschäftsmöglichkeiten in einer Phase, in der strategische Entscheidungen besonders bewusst getroffen werden.

 Zum Abschluss noch eine persönlichere Frage:  Wie haben Sie als zuvor Branchenfremde ihr erstes Jahr in der Gartenbranche wahrgenommen? Gibt es vielleicht etwas, was Sie besonders überrascht oder gefreut hat?

Mich hat beeindruckt, wie innovationsfreudig und gleichzeitig bodenständig diese Branche ist. Der Garten wird längst nicht mehr nur funktional gedacht, sondern als erweiterter Lebensraum – mit Themen von Nachhaltigkeit über Gesundheit bis hin zu Outdoor Living. Besonders gefreut hat mich die Offenheit der Branche und die Bereitschaft zum Austausch. Das spiegeln mir auch die Verbände wider: ‚Wir sind hier wie eine Familie.‘ Dieses partnerschaftliche Miteinander ist eine große Stärke und eine wichtige Grundlage für die Weiterentwicklung der Spoga+Gafa.

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