Gardena sagt Praktiker bye-bye

26.02.2008
Praktiker seinerseits erwirkt vor Gericht weitere Belieferung; Folge der 30-Prozent-Rabattaktion zu Jahresbeginn

Der Ulmer Gartenspezialist Gardena hat seine Belieferungsverträge mit Praktiker in Deutschland vorzeitig zum 29. Februar 2008 gekündigt. Die ausländischen Praktiker-Standorte sowie das Tochterunternehmen Max Bahr sind davon nicht betroffen. Hintergrund sind die 30-Prozent-Rabattaktionen des Baumarktbetreibers zu Jahresanfang. Praktiker hatte Mitte Januar 2008 die Produkte einiger Markenhersteller wie Gardena, Deutsche Rockwool, Alpina und Black & Decker über deren gesamtes Sortiment um generell 30 Prozent gesenkt. Branchenkenner sahen in dieser Aktion eine Reaktion von Praktiker auf die Weigerung einiger Lieferanten, 2007 einen sogenannten "Hochzeitsbonus" auf die Fusion des Baumarktbetreibers mit Max Bahr zu entrichten. Ende Januar 2008 hatte bereits die Deutsche Rockwool die Geschäftsbeziehungen mit Praktiker gekündigt.
Praktiker seinerseits hat gegen Gardena vor der Kammer für Handelssachen II des Landgerichts Saarbrücken am 21. Februar 2008 eine einstweilige Verfügung erwirkt, die das Ulmer Unternehmen zur vertragsgemäßen Weiterbelieferung verpflichtet. Diese Verfügung, so ein Sprecher von Praktiker, sei Gardena inzwischen auch zugestellt. "Praktiker geht davon aus, dass die bisherige gedeihliche Zusammenarbeit mit Gardena weiter fortgesetzt wird", so der Sprecher weiter. Gardena seinerseits will gegen die einstweilige Verfügung Widerspruch einlegen. Man sehe nicht, dass eine Beliefrungspflicht seitens Gardena bestehe, betonte ein Sprecher des Unternehmens. Man werde sich aber "selbstverständlich" an die Vorgaben der einstweiligen Verfügung halten und Praktiker in Deutschland weiterhin beliefern.
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