Wohnungsmangel

Bauindustrie gegen schärfere EnEV

Bauprognose 2015 des Hauptverbands der Deutschen Bauindustrie.Bildunterschrift anzeigen
Bauprognose 2015 des Hauptverbands der Deutschen Bauindustrie.
21.05.2015

Die deutsche Bauindustrie ist skeptisch, ob der Mangel an Wohnungen in den Ballungszentren kurzfristig beseitigt werden kann. Diese Auffassung vertrat der Präsident des Hauptverbandes der Deutschen Bauindustrie Prof. Thomas Bauer im Rahmen seiner Jahrespressekonferenz. Bis 2020 müssten im Jahresdurchschnitt etwa 300.000 neue Wohnungen an den Markt gebracht werden, um den steigenden Wohnungsbedarf aufgrund von Zuwanderung und demografischem Wandel hin zu immer kleineren Haushalten gerecht zu werden. Die derzeitigen Fertigstellungszahlen von 240.000 für 2014 und voraussichtlich 255.000 für 2015 blieben aber hinter diesem Bedarf deutlich zurück.
Im Jahre 2014 seien zwar in zehn deutschen Großstädten 10.500 Wohnungen mehr genehmigt worden als im Vorjahr; dieser Anstieg von gut 32 Prozent, in Berlin sogar von 78 und in Köln von 50 Prozent, reiche jedoch noch nicht aus, um den Bedarf zu decken.
Gleichzeitig gelte es aber auch, Wohnraum zu schaffen, der für die zumeist weniger zahlungskräftigen Zuwanderer auch bezahlbar sei, erklärte Bauer. Er forderte in diesem Zusammenhang den Verzicht auf eine weitere Verschärfung der Energieeinsparverordnung (EnEV), die allein für einen Fünftel der Kostensteigerung der vergangenen fünfzehn Jahre verantwortlich gewesen sei.
Insgesamt bleibt der Wohnungsbau nach Auffassung des Verbands aber der Treiber der Baukonjunktur. Für 2015 wird in diesem Segment ein Umsatzwachstum von drei Prozent erwartet.
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