Trend 2016/2017

Der stationäre Handel macht gegenüber dem E-Commerce Boden gut

Beispiel Dehner: Die Gartencenterkette bringt ihr Cross-Channel-Konzept massiv voran.Bildunterschrift anzeigen
Beispiel Dehner: Die Gartencenterkette bringt ihr Cross-Channel-Konzept massiv voran.
27.12.2016

Zum Jahresende 2016 häufen sich die Stimmen, die von davon sprechen, dass sich der Boom im Online-Handel abschwächt und der stationäre Handel Boden gutmacht. So berichten beispielsweise das IIHD-Institut und die Unternehmensberatung Bearing Point über rückläufige Wachstumsraten des Online-Handels im diesjährigen Weihnachtsgeschäft und bringen sie mit anderen Zahlen aus diesem Jahr in Verbindung.
Demnach verzeichnete der Online-Handel im März und Juli dieses Jahres erstmals seit 2011 negative Wachstumsraten von bis zu drei Prozent gegenüber der Vorjahresperiode (Statistisches Bundesamt). Bis zum letzten Adventswochenende wurden durchschnittlich 28 Prozent der Weihnachtseinkäufe online getätigt, was einen Rückgang von sieben Prozentpunkten im Vergleich zum Vorjahr darstellt. Die bisher realisierten Online-Käufe bleiben um durchschnittlich sechs Prozentpunkte deutlich hinter den geplanten zurück. Die befragten Konsumenten verfügen demnach noch über 18 Prozent ihres ursprünglich geplanten Online-Budgets. Zum Vergleich: Am dritten Adventssamstag 2015 hatten die Deutschen bereits 97 Prozent ihres Online-Budgets ausgeschöpft.

"Renaissance der Innenstadt"


"Profiteur des schwächeren Online-Kaufverhaltens wird erwartungsgemäß der stationäre Handel sein. Insbesondere in den Tagen kurz vor dem Weihnachtsfest zeigen sich immer weniger Kunden bereit, das Risiko einer zu späten Lieferung beim Online-Kauf einzugehen und entscheiden sich für innerstädtische Handelsformate. Diese Entwicklung bezeichnen wir als Renaissance der Innenstadt", kommentiert Kay Manke, Partner bei Bearing Point, die Entwicklung.
Ähnliche Überlegungen kommen ausgerechnet von Eco - Verband der Internetwirtschaft. Prof. Dr. Georg Rainer Hofmann, Leiter der Eco-Kompetenzgruppe E-Commerce, sagt: "Seit über zehn Jahren wandern Umsätze massiv vom stationären Handel ab in den Online-Handel. 2017 könnte insofern einen Wendepunkt markieren, als für manche Sortimente eine Sättigung dieser Entwicklung absehbar ist."
Der Handel der Zukunft werde auch weiterhin vor Ort stattfinden und nicht rein digital ablaufen, sagen die Experten der Kompetenzgruppe E-Commerce. Nach einer entsprechenden Umfrage zum Meinungsbild glaubte keiner der Teilnehmer, der innerstädtische Einzelhandel sei ein veraltetes Phänomen ohne Überlebenschancen.
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