Studie

Sanierungen werden zurückgestellt

Die Entwicklung der Bauwirtschaft insbesondere in Deutschland hat in den vergangenen Monaten gezeigt, dass eine starke Neubauaktivität zu einer Verschiebung der Verarbeiterkapazitäten führt. Wenn sich die Verarbeiter auf den Neubau konzentrieren, fehlen diese Kapazitäten in der Sanierung. Entsprechend zeigt eine Befragung der B+L Marktdaten GmbH zum ersten Halbjahr 2018, dass die Verarbeiter nicht nur gut ausgelastet sind, sondern auch zahlreiche Aufträge abgelehnt oder verschoben wurden. Überwiegend wurden dabei Bestandsmaßnahmen abgelehnt. Verzögerungen im Neubau hingegen betreffen zum Beispiel Arbeiten wie die Gebäudeinstallation oder den Brandschutz.
Zahl der offenen Stellen steigt
Zwar haben zahlreiche Betriebe neue Mitarbeiter eingestellt, doch die Anzahl der offenen Stellen in der Branche habe im Jahr 2018 einen Höchststand erreicht. Viele Betriebe, die neue Mitarbeiter suchen, beklagen sich über einen Mangel an qualifizierten Bewerbern.
Von den Verzögerungen und Ablehnungen, so B+L weiter, sind insbesondere Sanierungsmaßnahmen betroffen, die als sog. Kann-Maßnahmen nicht zeitkritisch sind, da sie primär auf die Erhöhung des Wohnkomforts oder die Einsparung von (Heiz-)Kosten wie beispielweise Badsanierungen (Austausch von Armaturen, Leitungen oder Sanitärobjekten) oder Heizungssanierungen (Austausch von Heizungsanlagen, Brennern, etc. oder Heizkörpern) abzielen. Dabei handelt es sich gleichzeitig um Maßnahmen, die besonders häufig von den Sanierern in Deutschland, Österreich, der Schweiz, Frankreich und Großbritannien durchgeführt werden. Der Anteil der Sanierer, die eine entsprechende Maßnahme durchgeführt haben, liegt im Länderdurchschnitt für Badsanierungen bei 44,3 Prozent und für Heizungssanierungen bei 27,3 Prozent.
Länderspezifische Unterschiede
Auch wenn Badsanierungen in den europäischen Märkten gleichermaßen von hoher Bedeutung für das Marketing und die Vertriebssteuerung sind, werden bei der Detailbetrachtung große Unterschiede zwischen den Ländern sichtbar. In Großbritannien wird durchschnittlich häufiger saniert, gleichzeitig werden die Produkte früher ausgetauscht als in den anderen Ländern.
Für die Schweiz hingegen lässt sich eine deutlich geringere Sanierungsaktivität feststellen, gleichzeitig ist die durchschnittliche Lebensdauer der Produkte deutlich höher als in Großbritannien.
Zukunftsforum in Köln
Diese und weitere Unterschiede diskutiert die B+L Marktdaten GmbH im Februar 2019 auf dem 1. Europäischen Zukunftsforum Bad+Heizung in Köln. Die Veranstaltung will Einblicke in die Entscheidungswege der Sanierer bieten sowie die durchgeführten Maßnahmen und die nachgefragten Produkteigenschaften.
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