BHB Jahrespressekonferenz

Baumarktbranche wuchs 2018 um 1,6 Prozent

Vorstellung der Zahlen für 2018 in Frankfurt auf der heutigen Jahrespressekonferenz. Auf der Bühne (v. l. n. r.): Jörn Brüningholt, Referent Presse & Medien beim BHB; Franz-Peter Tepaß, Geschäftsführer Obi GmbH & Co. Deutschland KG; Dr. Ralf Bartsch, Sprecher des BHB-Vorstandes und Geschäftsführer der Brüder Schlau GmbH & Co. KG; Dr. Peter Wüst, BHB-Hauptgeschäftsführer.Bildunterschrift anzeigen
Vorstellung der Zahlen für 2018 in Frankfurt auf der heutigen Jahrespressekonferenz. Auf der Bühne (v. l. n. r.): Jörn Brüningholt, Referent Presse & Medien beim BHB; Franz-Peter Tepaß, Geschäftsführer Obi GmbH & Co. Deutschland KG; Dr. Ralf Bartsch, Sprecher des BHB-Vorstandes und Geschäftsführer der Brüder Schlau GmbH & Co. KG; Dr. Peter Wüst, BHB-Hauptgeschäftsführer.
15.03.2019

Mit einem Gesamtbruttoumsatz von 18,75 Mrd. Euro konnte die Baumarktbranche im vergangenen Jahr ein Umsatzplus von 1,6 Prozent erzielen. Dies gab der Handelsverband Heimwerken, Bauen und Garten (BHB) im Rahmen seiner heutigen Jahrespressekonferenz in Frankfurt bekannt. Auch auf bereinigter Verkaufsfläche verbuchte die Branche ein Wachstum von 1,3 Prozent. Erwartet hatte der Verband 1,3 Prozent bzw. 1,0 auf bereinigter Fläche für 2018.
"Das Geschäftsjahr 2018 barg allein durch die bislang wohl einzigartige Wetterkonstellation eine deutliche Herausforderung", betonte Dr. Ralf Bartsch, Sprecher des BHB-Vorstandes. Laut Einschätzung des BHB waren insbesondere die Quartale zwei und vier für das Branchenergebnis entscheidend. Demnach seien es die Monate April sowie Oktober und November gewesen, die mit deutlichen Zuwächsen das Ergebnis sicherten. Dabei zeigte sich, so Bartsch in Frankfurt, dass eine Abhängigkeit der Branche vom Gartensegment vorhanden ist.
Im ersten Quartal verzeichneten die deutschen Bau- und Heimwerkermärkte mit einem Gesamtbruttoumsatz von 3,76 Mrd. Euro einen deutlichen Umsatzrückgang von 7,1 Prozent im Vorjahresvergleich. Entscheidend daran beteiligt war der Monat März mit minus 16,6 Prozent. Das zweite Quartal schloss mit einem Umsatz von 6,0 Mrd. Euro ab, was einem Plus von 8,3 Prozent entspricht. Im April, der ein Plus von 22 Prozent verzeichnete, wurde ein Teil der Umsatzrückgänge aus dem März wieder ausgeglichen. Das vierte Quartal wurde mit einem Umsatz von 4,36 Mrd. Euro und einem Plus von 2,6 Prozent beendet. Als Grundlage der BHB-Zahlen dienen die aktuellen Marktzahlen der Gesellschaft für Konsumforschung (GfK).
Beim Blick auf die Entwicklung der einzelnen Sortimente wurden 2018 die höchsten Umsätze mit den Sortimenten Bauchemie/Baumaterial (1,89 Mrd. Euro) sowie Sanitär/Heizung (1,75 Mrd. Euro) erzielt. Erstmals hat der Sortimentsbereich Gartenausstattung (1,32 Mrd. Euro) die Werkzeuge (1,31 Mrd. Euro) von Platz drei verdrängt. Die größten Zuwächse verzeichneten die Bereiche Gartenmöbel (plus 8,7 Prozent) und Gartenausstattung (plus 6,9 Prozent) und natürlich Gartenbewässerung (plus 4,5 Prozent). Mit einem Plus von 7,7 Prozent im Sortimentsbereich Technik/Büro/Unterhaltung zeigt sich laut BHB die Relevanz des Trendbereiches Smart-Home-Produkte, der in diesem Sortiment mit angesiedelt ist. Rückgänge wurden bei Fliesen (minus 3,6 Prozent), dem Bereich Wohnen/Dekoration (minus 3,0 Prozent) sowie den Segmenten Bauelemente (minus 2,4 Prozent) und Wand/Boden (minus 2,3 Prozent) verzeichnet.
Insgesamt stand die Entwicklung im  Geschäftsjahr 2018 im Zeichen der fortschreitenden digitalen Transformation des Handels und der Optimierung der Geschäftsprozesse und Vertriebskonzepte, wie der BHB mitteilt. So habe es bei den Flächen und der Anzahl der Märkte keine großen Änderungen gegeben. Zum 1. Januar 2019 zählte die Gesellschaft für Markt und Betriebsanalyse (Gemaba) bundesweit 2.119 Baumärkte mit einer Gesamtverkaufsfläche von 13,276 Mio. Quadratmetern, 13 Märkte und rund 82.000 Quadratmeter Verkaufsfläche weniger als noch zum Jahresanfang 2018 (2.132 Märkte/Gesamtverkaufsfläche: 13,358 Mio. Quadratmeter).
"Zwei wichtige Tendenzen bleiben in der Entwicklung maßgebend", betonte BHB-Hauptgeschäftsführer Dr. Peter Wüst. "Dies ist zum einen die Notwendigkeit, die Vernetzung von stationärer und digitaler Einkaufswelt zu forcieren. Zum zweiten gilt es, die Verkaufsflächen der Zukunft deutlich multifunktionaler zu gestalten". Eine hohe Investitionsbereitschaft auf Seiten des Handels gebe es beim Aus- und Umbau vorhandener Flächen und in die Hard- und Software, so Wüst.
Im E-Commerce setzten der stationäre Handel, der Versandhandel und die Pure-Player in Deutschland nach Angaben der Marktforscher von Teipel Research & Consulting/ IFH 3,68 Mrd. Euro mit DIY-Kernsortimenten im Geschäftsjahr 2018 um. Das bedeutet eine Steigerung gegenüber 2017 (3,29 Mrd. Euro) um 12,1 Prozent. Dabei lagen die Produkte des Heimwerkersortiments in der Gunst der Kunden mit einem Gesamtjahresumsatz von 2,48 Mrd. Euro deutlich vor den Artikeln des Gartensortiments (1,01 Mrd. Euro) und Baustoffen/Baumaterialien (195 Mio. Euro). Der Marktanteil der Bau- und Heimwerkermärkte an den E-Commerce-Umsätzen mit DIY-Kernsortimenten lag 2018 laut Teipel bei 19,3 Prozent, den deutlich größten Marktanteil haben die E-Commerce-Pure-Player mit (leicht gesunkenen) insgesamt 50,3 Prozent. Der BHB rechnet derzeit für den aktuell ermittelten Branchen-Gesamtbruttoumsatz (18,75 Mrd. Euro) mit einem Online-Anteil zwischen fünf und sechs Prozent, der dann bei rd. 1 Mrd. Euro liegt.
Für das laufende Geschäftsjahr 2019 geht der Verband für Deutschland von einem Umsatzwachstum auf vergleichbarem Level mit 1,5 Prozent aus. Flächenbereinigt wird ein Umsatzwachstum von 1,3 Prozent erwartet.
In Österreich erzielte der Baumarkthandel 2018 laut BHB  einen Gesamtbruttoumsatz von 2,56 Mrd. Euro und ein Umsatzwachstum von 1,4 Prozent. Für 2019 wurde ein Wachstum von 1,4 Prozent bzw. 1,2 Prozent flächenbereinigt prognostiziert. In der Schweiz wuchs die Branche um 1,9 Prozent auf einen Gesamtbruttoumsatz von 3,36 Mrd. Franken. Für das Gesamtjahr 2019 erwartet der BHB im Schweizer Baumarkthandel ein Umsatzwachstum von 1,4 Prozent, flächenbereinigt ein Umsatzplus von 1,1 Prozent.
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