IVG-Medientag

Eher grillen als graben: Einrichten war 2020 wichtiger als Arbeiten im Garten

Hersteller und Journalisten trafen sich in diesem Jahr nur virtuell beim IVG-Medientag.Bildunterschrift anzeigen
Hersteller und Journalisten trafen sich in diesem Jahr nur virtuell beim IVG-Medientag.
03.03.2021

Nicht so sehr das Arbeiten, sondern eher das Einrichten und Ausstatten des Gartens standen im vergangenen Jahr bei den Verbrauchern im Mittelpunkt. Darauf hat der Marktforscher Klaus Peter Teipel heute zum Auftakt des digital abgehaltenen IVG-Medientags in einem Vortrag hingewiesen. Für das laufende Jahr heißt das in seiner Prognose: „Die Wachstumstreiber von 2020 werden die Verlierer von 2021 sein.“

In konkreten Zahlen bedeutet das: Der Gartenmarkt ist 2020 um 9,4 Prozent auf ein Volumen von 20,723 Mrd. Euro gewachsen. Dabei haben Gartenhartware mit 16,2 Prozent und biologisch-chemischer Bedarf mit 14,3 Prozent das Wachstum getrieben, während Lebendgrün nur um 4,1 Prozent zugelegt hat.

Das könnte sich in diesem Jahr umdrehen. Denn insgesamt wird der Markt das Niveau aus dem Jahr 2020 nicht halten können und, so die Prognose, um 3,2 Prozent auf dann immer noch 20,050 Mrd. Euro sinken, was in der langjährigen Betrachtung nach wie vor ein sehr guter und stabiler Wert ist, wie Teipel betonte. Hartware und der biologisch-chemische Bereich werden Umsätze verlieren, die Pflanzen werden sie halten.

Ein Grund für den Rückgang des Gesamtmarktes: Die Sehnsucht nach Reisen, Gastronomie und Kultur auf Seiten der Bevölkerung sei ungebrochen. Sobald es die Rahmenbedingungen zulassen, werden diese Ausgabenbereiche wieder in starker Konkurrenz zum DIY und damit auch zum Gartenbereich stehen, erwartet Teipel. „Gleichzeitig ist davon auszugehen, dass die Pandemie in vielfacher Hinsicht deutliche Spuren hinterlassen wird“, erklärte er. In diesem Zusammenhang werde das „Jahrzehnt des Zuhauses“ Chancen und Herausforderungen für das stationäre wie auch das Online-Geschäft im eigenen Zuhause und damit auch für den Gartenbereich bieten.

Dass die grüne Branche vergleichsweise gut durch das Krisenjahr gekommen ist, betonte auch der Vorsitzende des Industrieverbands Garten (IVG), Christoph Büscher, bei seiner Begrüßung. „Die grüne Branche ist eine schöne Branche“, sagte er, „weil sie auch in schwierigen Zeiten relativ robust ist gegen Veränderungen im Wirtschaftsumfeld und auch in Krisen immer funktioniert hat.“

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