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1998, Nr. 10, S. 3
KOMMENTAR
Arnt Hannewald
Europäische Elefantenhochzeit
In der Do-it-yourself-Branche läuft ein dramatischer Konzentrationsprozeß
ab, der sowohl den Handel wie auch die Lieferanten betrifft. Doch als Ende
September diesen Jahres die beiden bislang größten DIY-Händler
Europas, Castorama und B&Q, ihre Fusion bekanntgaben, ist dieser Konzentrationsprozeß
in ein neues Stadium eingetreten. B&Q ist bislang eine 100prozentige
Tochter der Kingfisher-Gruppe, die an dem nun zu formierenden Joint Venture
mit 54,6 Prozent die Mehrheit der Geschäftsanteile halten wird. Die
Nettoumsätze beider Unternehmen belaufen sich zusammen auf umgerechnet
rund 12 Mrd. DM. Das reicht zwar noch nicht annähernd an den US-amerikanischen
Weltmarktführer Home Depot heran (Umsatz 1997 etwa 41 Mrd. DM), dennoch
werden Castorama und B&Q gemeinsam den weltweit drittgrößten
Baumarkt-Konzern bilden.
Damit hat die Baumarktbranche in Europa eine neue Dimension erreicht,
die nicht ohne Auswirkungen auf die Unternehmen in Deutschland bleiben wird.
Lagen die umsatzstärksten deutschen Baumarktbetreiber bislang nur vergleichsweise
gering hinter den jetzt vereinten Branchenriesen zurück, so haben letztere
heute mehr als den doppelten Umsatz im Vergleich mit OBI oder Praktiker.
Die Lieferanten sehen sich einem übermächtigen Handelsgiganten
gegenüber, der auf insgesamt neun Märkten, darunter Kanada und
Brasilien, aktiv ist. Außerdem hatte Kingfisher erst vor wenigen Wochen
ein Übernahmeangebot an Polens DIY-Marktführer Nomi abgegeben.
Besonders in Deutschland war es bisher vielerorts anerkannte und erfolgerprobte
Unternehmensstrategie, auf solider finanzieller Basis aus eigenen Kräften
durch neueröffnete Filialen zu wachsen. Da gerade in der zurückliegenden
Zeit die Umsatzsteigerungen aber nur noch langsam vorankamen, gewinnen Übernahmen
und Fusionen immer stärker an Bedeutung für die weitere Expansion
mit Baumärkten. Doch während sich kleinere Unternehmen häufig
schwertun, ihre Eigenständigkeit auch nur eine Handbreit aufzugeben,
haben Konzerne weniger Scheu vor dem Zusammenrücken. Natürlich
werden immer wieder die Synergien einer solchen Fusion betont, beispielsweise
für Einkauf, Management und Logistik. Aber insgeheim wiegt wohl auch
der enorme Gewinn an wirtschaftlicher Macht die Mühen einer solchen
Fusion auf.
Angesichts der sich so schnell vollziehenden, tiefgreifenden Veränderungen
in der DIY-Branche sind verläßliche Informationen über die
Geschehnisse unverzichtbar. Um für Sie, verehrte Leser…
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