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Neue Chancen suchen

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1999, Nr. 5, S. 3 Kommentar    Neue Chancen suchen    Praktiker - Deutschlands zweitgrößter Baumarktbetreiber - wirkt angeschlagen. Die Umsatzflaute, die seit dem Herbst fast ausnahmslos die gesamte DIY-Branche heimsucht, hinterläßt bei Praktiker besonders markante Spuren: Die Umsätze auf vergleichbarer Fläche gehen inzwischen beinahe zweistellig zurück. Um so deutlicher sind die Altlasten sichtbar, die der Konzern schon eine ganze Weile mit sich herumträgt und die offensichtlich in der Vergangenheit nicht konsequent aufgearbeitet wurden, darunter Defizite in den Sortimenten und bei der Kundenorientierung. Doch in dieser Situation ist Praktiker heute nicht allein. Auch in vielen anderen Unternehmen der DIY-Branche beschränkte sich die Umsatzorientierung in den zurückliegenden Jahren des Wachstums hauptsächlich auf die Warenwirtschaft und das Eröffnen neuer Standorte. Vielerorts wurde kaum ein Gedanke darauf verwendet, daß zufriedene Kunden letztlich die einzige Garantie für die Zukunft des Unternehmens sind. Über Jahre hinweg wurde in vielen Unternehmenszentralen und Marktleiterbüros stillschweigend in Kauf genommen, daß die Baumärkte am unteren Ende der Wertungstabelle des Deutschen Kundenbarometers stehen. Jetzt müssen diese Versäumnisse schleunigst wettgemacht werden, obwohl angesichts knapper Budgets kaum Handlungsspielraum besteht. Jeder Manager braucht daher viel Kraft für diesen steinigen Weg. Doch eine Alternative gibt es nicht. Ohne Investitionen in Kundenorientierung, zukunftsfähige Marktkonzepte und Service werden immer weniger Kunden den Weg in die Baumärkte finden.    Im Gegenzug entwickeln sich unaufhaltsam alternative Handelsformen, wobei neben dem klassischen Katalog-Versandhandel besonders TV- und Internet-Shopping gute Zukunftsaussichten eingeräumt werden. So hat im April - entgegen allen anfänglichen Widerständen und mit der Unterstützung durch etwa 40 Lieferanten - der Internet-Baumarkt der Virtuellen Baumarkt AG, Meerbusch, seinen Geschäftsbetrieb für die Endverbraucher geöffnet (siehe Seite 30). Der virtuelle Baumarkt erwartet von seinem globalen (!) Kundenkreis im ersten Jahr einen Umsatz zwischen 20 und 50 Mio. DM - das entspricht etwa den Jahresumsätzen von ein bis zwei mittelgroßen Baumärkten. Obwohl das momentan noch kein großer Marktanteil ist, wird ein Trend erkennbar: Manche Sortimentsbereiche werden die Baumärkte in einem schleichenden Prozeß, zumindest teilweise, an die unterschiedlichsten Formen des Versandhandels…
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