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Eine bemerkenswerte Familien- und Markengeschichte

Vor 175 Jahren begann die Geschichte von Erfurt & Sohn. Heute nimmt das Unternehmen die internationale Marktführerschaft bei Raufaser für sich in Anspruch.
Ein Abriss der Geschichte des Familienunternehmens

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Martin Erfurt
Geschäftführer der Erfurt & Sohn KG, Wuppertal.
1827 erhält der gelernte Papiermacher Friedrich Erfurt von der königlichen Regierung in Arnsberg die amtliche Genehmigung zur Anlage einer Papiermühle in Dahlhausen bei Schwelm. Es werden zunächst handgeschöpfte Filter- und Druckpapiere hergestellt.
1844 erfolgt die Aufstellung der ersten Papiermaschine. Damit war der Schritt von der handwerklichen zur industriellen Produktion von Papier bei Erfurt getan. Verstärkt wurden nun Zeitungsdruckpapiere und Naturell-Tapetenrohpapiere gefertigt. Der neue Rohstoff Holzschliff als Ersatz für Lumpen und Hadern ermöglichte der Papierindustrie große Leistungssteigerungen.
1864 entwickelt ein experimentierfreudiger Enkel des Gründers, der Apotheker Hugo Erfurt (1834 bis 1922), mit eingefärbten Holzfasern ein dekoratives, mehrlagiges Papier mit Velours-Effekt, das zunächst zur Schaufenstergestaltung eingesetzt wird. Dieses Produkt gilt als der Vorläufer der Raufaser.
1900 erfolgt die Aufstellung einer weiteren Papiermaschine mit einer Arbeitsbreite von zwei Metern. Die Exportaktivitäten werden ausgeweitet bis hin nach Nordamerika.
1918 läuft nach der Unterbrechung durch den Ersten Weltkrieg die Produktion wieder an. Der kurzzeitigen Herstellung von Papier für Notgeld und Lebensmittelmarken folgen erneut vielfältige Sorten von Spezialpapieren.
Das Schneiden des Papiers von den Rollen im Jahre 1933.
1945 wird die Papierfabrik durch Bomben stark beschädigt. Musste im Krieg vor allem Verdunklungspapier produziert werden, so stellt man nun Rohdachpappe und später Packpapier her.
1950 gehören zur Produktpalette auch unterschiedliche Spezialpapiere wie beispielsweise Marmorpapiere für Aktenordner, fotografische Schutzpapiere und schwarze Echolotpapiere.
1960 erweitert Erfurt & Sohn die Kapazitäten mit der neuen Papiermaschine, auf der heute bei einer Breite von 3,20 m spezielle Sorten Raufaser hergestellt werden.
1969 wird unter Leitung von Wilhelm Erfurt der Vertrieb vollständig umgestellt: Nicht mehr über die Tapetenindustrie, sondern über direkte Geschäftsbeziehungen zu rund 400 Großhändlern werden die Kunden bundesweit beliefert. Dies ist auch die Geburtsstunde der Marke Erfurt, die mit einer Vielzahl von Marketingaktivitäten begleitet wurde. Dazu gehörte unter anderem die erste deutsche Tapeziermeisterschaft mit Erfurt Raufaser und die Farbcodierung der einzelnen Sorten, die noch heute Gültigkeit hat. Im gleichen Jahr wird eine weitere Papiermaschine aufgestellt…
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