Synlog-Tag, Rohrmeisterei, Schwerte
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Gut besucht war wieder der Synlog-Tag in der Rohrmeisterei in Schwerte.
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Logistik - Synlog-Tag

„Der LKW bleibt das Maß der Dinge“

Der Mangel an LKW-Fahrern war eines der zentralen Themen beim inzwischen 21. Synlog-Tag in Schwerte. Mehrere der Referenten gingen auf diese Problemstellung ein.
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Manche träumen wohl immer noch von dem selbstfahrenden LKW. Doch diesen Traum ließ Professor Dr. Dirk Engelhardt vom Bundesverband Güterkraftverkehr Logistik und Entsorgung (BGL) mit wenigen Worten platzen. Wenn überhaupt, dann komme das autonome Fahren irgendwann Ende der 2030er Jahre. Das andere "Zukunftsthema", den Transport per Drohne, erwähnte der Experte gleich gar nicht. Auch in Zukunft unterstrich Engelhardt, werde der LKW das Maß aller Transport-Dinge bleiben.
Allerdings steht die Branche vor einigen Problemen, allen voran: der Fahrermangel. Dieser, so Engelhardt in seinem engagierten Referat beim 21. Synlog-Tag in Schwerte, sei inzwischen ein weltweites Problem. Nicht nur in Deutschland würden Brummi-Lenker händeringend gesucht, sondern auch in den USA und - auch in osteuropäischen Ländern. Eine Kompensation des Personalmangels aus Staaten wie Bulgarien, Rumänien oder Polen - Fehlanzeige.
"Wir brauchen definitiv mehr Leute, die bereit sind auf den Bock zu steigen", sagte auch Norbert Lindemann, stellvertretender Geschäftsführer Herstellerverband Haus & Garten. Derzeit gebe es etwa 1,5 Mio. gewerbliche Fahrer in Deutschland. Davon sei eine Million älter als 45 Jahre. Zudem gehen jedes Jahr mehr Fahrer in Rente (ca. 30.000) als neu ausgebildete hinzukommen (ca. 16.000). "Wir brauchen Lösungen auf allen Ebenen", forderte Anna Hackstein, Geschäftsführerin Industrieverband Garten (IVG).
Richten sollen es mal wieder die Frauen. Denn nach wie vor sind rund 98 Prozent der Fahrer männlich. Doch dem stehen nicht nur allgemeine Probleme des Berufsstandes entgegen; ein schlechtes Image und eine nur mäßige Bezahlung, sondern auch zwei weitere Negativpunkte, die Frauen besonders treffen: ungünstige Arbeitszeiten und eine schlechte Infrastruktur auf Rasthöfen.
Allerdings scheint sich -- zumindest was die Löhne anbelangt -- doch einiges zu tun. War früher noch von Gehältern unter 1.500 Euro Brutto die Rede, fallen heute Zahlen nahe der 4.000 Euro-Grenze. Doch mit steigenden Löhnen alleine, so Engelhardt, sei es nicht getan und verwies unter anderem auf rund 40.000 fehlende Parkplätze in Deutschland. Außerdem gelte es, bürokratische Hürden abzubauen und die Digitalisierung (elektronischer Frachtbrief) voranzutreiben. "Wir sind nicht mehr weit davon entfernt, dass es zu ernsten Lieferengpässen kommt", warnte Engelhardt.
Ein zumindest partieller Lösungsansatz ist es, die LKW besser auszulasten, unter anderem durch bessere Tourenplanung und eine effizientere…
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