Corona, Fragen und Antworten
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2 Fragen – 26 Antworten

diy fragte nach – bei Lieferanten, Handelsunternehmen und Verbänden: Wie schlimm wirkt sich Covid-19 auf die Branche aus? Gestellt wurden zwei Fragen, lesen Sie die 26 Antworten.
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1. Welche Auswirkungen spüren Sie bzw. Ihr Unternehmen/Verband jetzt?


2. Wie wird die DIY-Welt nach Corona aussehen?


Michael Oppermann, Ciret:1. Durch unsere Werke in China waren wir von der Krise direkt betroffen. Bereits seit den ersten Maßnahmen der chinesischen Regierung Mitte Januar hat unser Management damit begonnen, sich auf die Bewältigung der Krise einzustellen. Es wurden gruppenweite Pandemiepläne erarbeitet, wonach Flug- oder Bahreisen, Messen und Besuche unserer Standorte vollständig eingestellt wurden. Parallel haben wir für alle Mitarbeiter Homeoffice-Arbeitsplätze eingerichtet und nutzen diese seit März konsequent. Warenbestände in unseren europäischen Lägern wurden erheblich erhöht. Dadurch konnten unsere Lieferquoten zu unseren Kunden sichergestellt werden. Ausnahmen gab es allerdings bei Staubmasken, Schutzbrillen oder Maleroveralls.
Unsere beiden Werke in China arbeiten seit Mitte Februar wieder. Umfangreiche Hygienemaßnahmen stellen sicher, dass unsere Mitarbeiter bestmöglich geschützt sind. Durch unseren sehr geringen Anteil an Wanderarbeitern haben wir sehr kurzfristig wieder 80 Prozent Produktionsauslastung in China erreicht. Parallel zu China haben wir seit Januar unsere europäische Produktion hochgefahren und arbeiten unter Volllast, um Ausfälle und Verzögerungen durch China zu kompensieren.
All diese Maßnahmen haben unsere Liquiditätslinien stärker beansprucht. Die Sicherstellung der Transporte nach Europa bereitete uns von Anfang an - auch aktuell - Schwierigkeiten und bringt sowohl hohe Kosten für Seefrachtraten als auch, durch die erhöhte Nutzung, für Bahnfrachten mit sich. Um die Warenversorgung sicher zu stellen, benötigten wir mehr Lagerfläche, was sich auf die Kosten erheblich auswirkt. Verstärkt hat sich hier der Druck durch Maßnahmen der europäischen Länder wie Italien, Spanien, Frankreich, Belgien, Österreich, in denen Baumärkte auf unbestimmte Zeit geschlossen sind. Dies gilt auch für einige Bundesländer wie Bayern, Baden-Württemberg und Saarland. Hierdurch werden Produkte von unseren Kunden nicht wie geplant abgerufen.
2. Nicht mehr wie heute. Für mich heißt "nach Corona" ein Zeitfenster, welches sich mindestens zwölf Monate hinziehen wird. Denn so lange wird es dauern, um den alten globalen Zustand wiederherzustellen. Ich rechne auch mit einer Marktbereinigung auf allen Ebenen. Das Freizeitverhalten wird sich mehr auf zu Hause konzentrieren. Reisepläne werden zurückgestellt. Home Improvement ist angesagt. Die Menschen…
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